Nein. Das automatische Melken bringt besondere Herausforderungen mit sich. Der größte Unterschied besteht darin, dass die Kuh selbst entscheidet, wann sie zum Melken geht. Eine Kuh, die den Roboter freiwillig aufsucht, sich während des Besuchs gut verhält und keine Unterstützung benötigt, ist sehr wertvoll und hat einen direkten Einfluss auf die Effizienz des Melkroboters. Ihr Verhalten ist entscheidend.
Der Robot+ Index kombiniert Merkmale aus den Bereichen Effizienz (45%), Verhalten (30%), Exterieur (15%), und Gesundheit (10%) zu einem einzigen Gesamtindex. Dadurch können gezielt Kühe selektiert werden, die optimal für moderne automatische Melksysteme geeignet sind.
Der Robot+ Index ist der einzige Index, der zwei von Semex in Zusammenarbeit mit dem Dairy Data Warehouse (DDW) entwickelte, geschützte Merkmale enthält. Diese helfen Milchviehhaltern, die Wirtschaftlichkeit ihrer Melkroboter zu verbessern:
1. Melkeffizienz (Milking Efficiency): Dieses Merkmal misst die Melkzeit, angepasst an die erzeugte Milchmenge, vom Ansetzen des ersten Melkbechers bis zum Abnehmen des letzten Melkbechers. Diese Kennzahl wird auch als Residual Melking Time (RMT) bezeichnet und beschreibt die gesamte Melkzeit im Verhältnis zur Milchleistung.
Die Identifikation solcher Kühe ist wichtig, weil sie:
- schneller gemolken werden,
- den Melkroboter effizienter nutzen,
- mehr Durchsatz ermöglichen,
- die Produktivität jedes Roboters erhöhen,
- den Arbeitsaufwand reduzieren und dadurch die Rentabilität steigern.
2. Roboterverhalten (Robot Behavior): Dieses Merkmal beschreibt das Verhalten der Kuh während des gesamten automatischen Melkvorgangs, einschließlich:
- Bereitschaft, den Roboter freiwillig aufzusuchen
- Leistung beim Ansetzen der Melkbecher
- Verhalten während des Melkens
- Effizienz beim Betreten und Verlassen des Roboters
Da jeder Schritt des Melkprozesses erfasst wird, einschließlich Motivation und Bewegungsbereitschaft zum Melken, tragen Kühe mit hohen Robot-Behavior- Werten zu einem reibungsloseren Kuhverkehr, weniger Störungen und einer besseren Gesamtleistung des
Systems bei. Nur bei Semex verfügbar, ermöglichen diese beiden exklusiven Merkmale eine deutlich umfassendere Bewertung der Leistung von Kühen in automatischen Melksystemen als herkömmliche Selektionsindizes.
Durch die Kombination von Melkeffizienz und Roboterverhalten hilft der Robot+ Index, Genetik zu identifizieren, die nicht nur leistungsstark ist, sondern auch optimal auf die Anforderungen moderner automatisierter Milchviehbetriebe abgestimmt ist.

Die ursprüngliche Forschung zu Robot+ basiert ausschließlich auf Daten von Holstein-Kühen. In einem
weiteren Projekt wurden Robot+ Zuchtwerte indirekt aus öffentlich verfügbaren Merkmalen abgeleitet. Dadurch können Robot+ Indizes und die Robot+ Kennzeichnung auch für Jersey- und Ayrshire-Rinder bereitgestellt werden.
Für diese beiden Rassen stehen folgende Teilindizes zur Verfügung:
- Gesamtindex Robot+
- Melkeffizienz
- Robotertaugliches Exterieur
- Eutergesundheit
Das Merkmal Roboterverhalten ist hingegen ein neu entwickeltes Merkmal, das nicht aus öffentlich verfügbaren Zuchtwerten geschätzt werden kann. Deshalb ist dieser Teilindex derzeit nicht für Jersey und Ayrshire verfügbar.
Alle Holstein-Kühe und -Rinder, die seit Beginn des Elevate®-Programms getestet wurden, erhalten eine Robot+ Index-Bewertung. Der Index wird auf einer Relativzuchtwertskala (RBV) mit einem Durchschnittswert von 100 Punkten dargestellt: 100 Punkte entsprechen dem Rassedurchschnitt. Jeder Punkt über 100 steht für einen höheren genetischen Wert. Neben dem Gesamtwert des Robot+ Index erhalten die Tiere auch individuelle Relativzuchtwerte (RBV) für die beiden exklusiven Robot+ Teilmerkmale Roboterverhalten (Robot Behavior) Melkeffizienz (Robot Efficiency/Milking Efficiency). Durch die Bereitstellung sowohl des Gesamtindex als auch der zugrunde liegenden Einzelmerkmale unterstützt Elevate® Semex- Kunden dabei, Tiere auszuwählen, die genetisch optimal zu ihren Stallbedingungen und Zuchtzielen passen.
Nein. Der Robot+ Index bietet auch für Betriebe mit konventionellen Melksystemen und Melkständen einen echten Mehrwert. Die Eigenschaften, die hinter dem Merkmal Roboterverhalten stehen, wie zum Beispiel Selbstständigkeit, Kooperationsbereitschaft, Ruhe im Umgang und eine gute Melkbarkeit sind auch in vielen anderen Melksystemen von Vorteil. Ebenso besitzen die Merkmale Melkeffizienz und Melkverhalten einen hohen wirtschaftlichen Wert für jeden Betrieb, der Wert auf einen effizienten und rentablen Melkablauf legt.
Die ideale Milchkuh für automatische Melksysteme
vereint vier wichtige Eigenschaften:
1. Melkeffizienz: Kühe, die effizient gemolken werden können und im Verhältnis zur produzierten Milchmenge eine kurze Melkzeit aufweisen.
2. Roboterverhalten: Kühe, die den Melkroboter selbstständig aufsuchen und die nicht-melkbezogenen Abläufe wie Eintritt, Zitzenvorbereitung, Ansetzen der Melkbecher, Nachdippen und Austritt besonders effizient durchlaufen.
3. Robotertaugliches Exterieur: Kühe mit einer Zitzen und Euterstruktur, die ein einfaches und schnelles Ansetzen der Melkbecher ermöglicht und so die Effizienz des Roboters unterstützt.
4. Eutergesundheit: Kühe mit hoher Milchqualität, niedriger somatischer Zellzahl (SCS) und einer guten Widerstandsfähigkeit gegen Mastitis.
Der Robot+ Index wurde auf Grundlage von Daten aus mehr als 15 Millionen Roboterbesuchen von über 14.000 Holstein-Kühen entwickelt – und die Datenbasis wächst kontinuierlich weiter. Der Index kombiniert die Melkgeschwindigkeit mit wichtigen Effizienzkennzahlen wie: Eintritts- und Austrittsverhalten, Qualität des Ansetzens der Melkbecher, Notwendigkeit des Holens von Kühen zum Roboter (Fetching). Dadurch wird Genetik identifiziert, deren Nachkommen den Melkroboter besonders effizient nutzen und so Leistung und Auslastung jedes Roboters maximieren.
Die Erblichkeit des gesamten Robot+ Index beträgt 29 %. Die Melkeffizienz weist eine hohe Erblichkeit auf, während einige Merkmale des Roboterverhaltens eine niedrige bis mittlere Erblichkeit besitzen. Dennoch sind alle Teilmerkmale ausreichend erblich, um durch gezielte Zucht deutliche genetische Fortschritte und messbare Verbesserungen der Leistung auf dem Betrieb zu erzielen.

Der Robot+ Index wird auf einer Relativzuchtwertskala (RBV) mit einem Mittelwert von 100 Punkten dargestellt. 100 Punkte entsprechen dem Durchschnitt der jeweiligen Rasse. Jeder Punkt über 100 steht für einen höheren genetischen Wert und eine verbesserte Leistung im Melkroboter. Jeder Semex-Bulle mit einem RBV von 105 oder höher erhält die Auszeichnung Robot+.
Der Robot+ Index ist seit der Zuchtwertschätzung im August 2026 exklusiv für alle Semex-Holstein-, Jersey- und Ayrshire-Bullen verfügbar. Zusätzlich erhalten alle weiblichen Holstein-, Jersey- und Ayrshire-Tiere, die über das genomische Testprogramm Elevate® getestet werden, einen genomischen Robot+ Index.
Seit der Zuchtwertschätzung August 2026 ist der Robot+ Index in myIndex innerhalb der Plattform myStrategy™ integriert. Die Einbindung von Robot+ in myStrategy™ ermöglicht die Nutzung dieses neuen Merkmals für die individuelle Erstellung von Zuchtindizes, die Bullenwahl, die Selektion weiblicher Tiere sowie Anpaarungen mit OptiMate™. Dadurch kann Robot+ gezielt in betriebsindividuelle Zuchtziele integriert werden
Der Robot+ Index wurde entwickelt, um die bestehende genetische Strategie eines Betriebes sinnvoll zu ergänzen. Da jeder Milchviehbetrieb unterschiedliche Ziele verfolgt, hat Semex Robot+ so konzipiert, dass der Index innerhalb der MyStrategy®-Plattform mit weiteren wichtigen Merkmalen kombiniert werden kann, beispielsweise hohe Milchleistung, Immunity+®, Fruchtbarkeit, Gesundheitsmerkmale, Nutzungsdauer und Langlebigkeit. Dadurch können Milchviehhalter ein individuell auf ihren Betrieb zugeschnittenes
Zuchtprogramm aufbauen und Tiere auswählen, die sowohl einen hohen Gesamtzuchtwert als auch eine besonders gute Eignung für automatisierte und
robotergestützte Melksysteme besitzen.